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Großmarkt
Der Großmarkt wird der Parkstadt Süd weichen müssen, das ist seit 2012 beschlossen. Seither ist es nicht gelungen, einen Ersatzstandort zu eröffnen. Woran hat es gelegen?
Hintergrund
Seit 1940 war der Großmarkt im Kölner Süden ein Umschlagplatz für die regionale Lebensmittelversorgung. Auch heute noch beliefert er Wochenmärkte, Restaurants und Großküchen mit frischen Lebensmitteln. In einer Zeit, in der die Logistikstrukturen zunehmend einen direkten Vertrieb ermöglichen, muss der Großmarkt aber aus dem städtischen Haushalt subventioniert werden – zuletzt mit jährlich rund 1,3 Millionen Euro. Hinzu kommt, dass an diesem Standort eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Deutschlands geplant ist. Rund um die historische Markthalle sollen im Rahmen der Parkstadt Süd über 3.000 Wohnungen, 4.000 Arbeitsplätze sowie Schulen und Kitas entstehen. Die Frage, wie es mit dem Großmarkt weitergeht, hat uns lange beschäftigt.
"Es ist bitter, aber eine Schließung des Großmarkts an diesem Standort ist unumgänglich. Ich verspreche nicht, dass es in Zukunft noch einen Großmarkt geben wird, aber ich verspreche, den Weg dafür weiterhin zu ebnen."
Isabella Venturini
Ratsmitglied von Volt
Suche nach Ersatzstandort
Die Diskussion um eine Verlagerung des Großmarktes reicht weit zurück. Schon im Jahr 2007 sprach sich der Rat für Marsdorf als Ersatzstandort aus. Dort sollte ein neues nachhaltigeres Frischezentrum entstehen. Im Jahr 2021 beanspruchte der 1. FC Köln einen Teil der vorgehaltenen Fläche in Marsdorf für einen Erweiterungsbau. Unsere Büdnispartner beschlossen daraufhin, die Fläche für das Frischezentrum zu verkleinern. Wir enthielten uns in dieser Sache und kritisierten das unzureichende Beteiligungsverfahren. Ob dieser Vorgang dazu beigetragen hat, dass eine Markterkundung im Jahr 2023 zu dem Ergebnis kam, dass sich für das Frischezentrum keine Investor*innen finden, ist unklar. In der Folge beauftragten unsere Bündnispartner, ein neues Konzept zu entwickeln und die Händler*innen bei der Suche nach Interims zu unterstützten, wenn ein nahtloser Übergang nicht möglich sei – erneut ohne unsere Zustimmung. Wir hielten das Angebot für unaufrichtig. Der Finanzierung von Workshops sowie der anhaltenden Suche nach Investor*innen stimmten wir 2024 zu, ohne zu verschweigen, dass der Großmarkt an diesem Standort Ende 2025 schließen wird.