Jungen Menschen zuhören, statt Demonstrationen zu kriminalisieren
Köln, den 02.11.2026 – Am Samstag fand in Köln unter dem Titel “Gen Z regelt” eine Demonstration am Konrad-Adenauer-Ufer statt.
Helena Woll, Ratsmitglied Volt-Fraktion:
Unser Fokus liegt auf den berechtigten Forderungen der Demonstrierenden. Unsere Aufgabe besteht darin, diese Forderungen in unsere politische Arbeit im Stadtrat zu tragen.
Als 22-Jährige teile ich den Unmut vieler junger Menschen über Entscheidungen der Bundesregierung, die unsere Zukunft massiv beeinträchtigen. Die Kommunikation von politischen Verantwortlichen aus Land und Bund hat friedliche Proteste bereits im Vorfeld zu Unrecht delegitimiert und kriminalisiert.
Die Polizei muss in erster Linie dafür sorgen, dass Demonstrationen friedlich verlaufen können. Auch wenn einzelne Personen oder Gruppen gewaltbereit sind, dürfen Zwangsmittel wie Wasserwerfer nicht unverhältnismäßig gegen friedlich Protestierende eingesetzt werden. Der Einsatz bei der Demonstration am Samstag muss transparent aufgeklärt werden.
Die Vorfälle am Abend in der Innenstadt stehen nicht im Zusammenhang mit der Demonstration „Gen Z regelt“ und müssen gesondert bewertet werden. Wir verurteilen sie klar.
Lars Müller, Kreisvorstand Volt Köln:
Wir sollten im Blick behalten, dass wir als Gesellschaft nicht je nach Kontext und Veranstaltung Doppelstandards an den Tag legen. Während eine Demonstration von jungen Menschen pauschal wegen Pyrotechnik und einzelnen Gewaltbereiten aufgelöst wird, werden bei Fußballspielen regelmäßig Pyrotechnik, Aggressionen und Gewalt gesellschaftlich geduldet.
Anliegen wie Klimaschutz, Wohnungsnot, Generationengerechtigkeit und Wehrpflicht dürfen nicht über die Köpfe junger Menschen hinweg verhandelt werden.
